GREEN DESERT TREE
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Complete Reviews

PodProgiem, Polen, Juni 2026

Green Desert Tree kehrt mit einem Album zurück, das nicht versucht, sich als bescheidenes Rockalbum auszugeben. „Fighting Dragons“ wirkt von den ersten Minuten an eher wie eine auf dem Tisch ausgebreitete Karte einer fantastischen Welt – voller Seitenwege, plötzlicher Wendungen, versteckter Durchgänge und Orte, zu denen kein direkter Weg führt. Die Berliner Band versteckt ihre progressiven Ambitionen nicht hinter einer Fassade aus eingängigen Songs, verwandelt sie aber auch nicht in eine museale Rekonstruktion von Klängen aus der Zeit vor einem halben Jahrhundert. Es ist Musik, die tief in der Tradition des Neo-Prog und des symphonischen Rocks verwurzelt ist und gleichzeitig klar in der Gegenwart verankert ist, mit einem vollen, klaren Klang und Arrangements, die mit großem Gespür für Dramaturgie aufgebaut sind.

Schon das instrumentale „Overture“ wirkt wie ein Vorhangaufgang. Tim Sunds Keyboardpartien sind hier nicht nur schmückendes Beiwerk oder ein nostalgisches Requisit, sondern einer der Hauptantriebe der Erzählung. Sie können hell, fast theatralisch glänzen, um dann einer schwereren Gitarrenkontur Platz zu machen. In diesem Stück hört man sehr deutlich, dass Green Desert Tree kein Interesse daran hat, die Klassiker des Genres einfach zu kopieren. Zwar schweben im Hintergrund Assoziationen mit Saga, Marillion, Arena oder der im weiteren Sinne verstandenen Schule des melodischen Prog-Rock, doch die Band filtert diese Inspirationen durch ihr eigenes Bedürfnis, Geschichten zu erzählen. Die Kompositionen sind nicht nur eine Demonstration ihres Könnens, sondern aufeinanderfolgende Szenen einer größeren Inszenierung.

„The Storyteller“ führt die Stimme von Sascha Giebel ein – und zwar ohne übertriebenen Pathos. Der Gesang versucht nicht, sich gegen die Instrumentalbegleitung durchzusetzen, sondern fügt sich vielmehr als weiteres narratives Element in die Struktur der Band ein. Man gewinnt den Eindruck, dass nicht der Frontmann vor der Musik steht, sondern eine Figur, die durch ihre wechselnden Landschaften wandert. Die Gitarrenparts von Simon Rainer besitzen dabei viel melodische Noblesse – sie beeindrucken nicht ausschließlich durch Technik, sondern führen den Hörer an die emotionalen Ränder des Stücks. Dort, wo kräftigere Akzente gesetzt werden, gewinnt die Musik an Schwung, als ob unter der eleganten, progressiven Fassade ein rockigerer, manchmal fast schon hardrockiger Mechanismus am Werk wäre.

„Talk To Me“ bringt eine deutlichere Beruhigung. Der Titel beginnt balladenhaft, wobei das Klavier die Rolle eines Wegweisers durch einen intimeren Abschnitt des Albums übernimmt. Es ist ein weniger spektakulärer, aber notwendiger Titel, denn er lässt das Album durchatmen. Seine Stärke liegt in der Stimmung des Unausgesprochenen, in der Atmosphäre des Wartens auf ein Zeichen, das vielleicht niemals kommen wird. Mehrstimmige Gesänge und sich subtil entfaltende Instrumentalparts schaffen hier einen melancholischen Raum, der jedoch nicht übermäßig sentimental wirkt. Green Desert Tree kann in solchen Momenten überzeugen, da die Band Lyrik nicht mit Stillstand verwechselt. Unter der Oberfläche dieser ruhigeren Form pulsiert weiterhin etwas.

Im Mittelpunkt des Albums steht der Titelsong „Fighting Dragons“, die längste und spektakulärste Komposition der Sammlung. Dieser Titel wirkt wie ein progressives Abenteuerspiel – zunächst lockt er mit einer farbenfrohen, fast verspielten Melodie, dann zieht er den Hörer immer tiefer in ein Labyrinth aus Wechseln in Tempo, Stimmung und Klangtextur hinein. Es tauchen märchenhaft anmutende Keyboard-Verzierungen auf, schwerere Gitarren-Einsätze, Orgelparts, Synthesizer-Einlagen und Passagen, in denen jeder der Musiker einen Moment bekommt, um dem Ganzen seine eigene Note zu verleihen. Statt eines einzigen, einfachen Finales gibt es hier eine Reihe von Szenen, als wäre der Drache aus dem Titel kein Monster, das man einmalig besiegen muss, sondern ein Symbol für alle Hindernisse, die die Fantasie erschafft.

„High School Reunion“ bietet eine der einprägsamsten Melodien des Albums. Die Leadgitarre strahlt hier die Wärme einer Erinnerung aus, die einem vergilbten Foto entnommen wurde, und das Ganze balanciert zwischen Nostalgie und einem bewussteren Rückblick. Dies ist kein Stück, das versucht, durch seine Wucht zu beeindrucken. Vielmehr setzt er sich langsam im Gedächtnis fest, wie das Licht des späten Nachmittags in einem leeren Flur der ehemaligen Schule. Gerade in solchen Momenten zeigt „Fighting Dragons“, dass Progressive Rock nicht nur eine Architektur aus ungeraden Taktarten und instrumentalen Meisterleistungen sein muss. Er kann auch Musik der Erinnerung, der Zärtlichkeit und kleiner emotionaler Risse sein.

Der Abschluss-Track „The Broken Crown“ beschließt das Album mit theatralischem Elan. Keyboard-Streicher und ein feierlicherer Ton lassen das Bild einer Krone entstehen, die nicht mehr vor Triumph glänzt, sondern vor der Last der Verantwortung. Die Komposition hat etwas von dem letzten Akt einer Geschichte, in dem der Held weniger siegt, als vielmehr den Preis seiner eigenen Entscheidungen begreift. Die Wiederaufnahme von Motiven aus früheren Passagen verstärkt den Eindruck einer geschlossenen Erzählkette, und das Ganze lässt den Hörer nicht auf dem Schlachtfeld zurück, sondern an einem Ort, an dem sich der Staub langsam legt und man erst nun erkennen kann, was nach dem Kampf wirklich übrig geblieben ist.

Musik- und Tont
echnisch gesehen ist „Fighting Dragons“ sehr solide. Die Produktion ist voll, ausgewogen und gut auf die Ambitionen des Materials abgestimmt. Die Keyboards haben Breite, die Gitarren die richtige Wucht, die Rhythmusgruppe hält das Ganze im Zaum, und die Arrangements sind mit Liebe zum Detail ausgefeilt. Es ist jedoch kein Album ohne Schwachstellen. Der Gesang ist stellenweise weniger ausdrucksstark als die instrumentale Ebene des Albums, wodurch einige Gesangspassagen nicht an die Kraft der kompositorischen Ideen heranreichen. Man könnte auch den Eindruck gewinnen, dass das Material manchmal stärker mit dem Verstand als mit dem Instinkt arbeitet – die Struktur beeindruckt, doch der emotionale Schlag trifft nicht immer mit voller Wucht.

Das ändert jedoch nichts daran, dass „Fighting Dragons“ ein durchdachtes, facettenreiches Album ist, das von Musikern eingespielt wurde, die die Sprache des Progressive Rock bestens beherrschen. Green Desert Tree sucht weder nach einfachen Refrains noch nach Abkürzungen, sondern baut das Album wie eine vielschichtige Geschichte auf, in der Drachen, Kronen, Erinnerungen und verlorene Helden zum Vorwand werden, um mit der Form zu spielen. Dies ist vor allem ein Angebot für Hörer, die melodischen Prog mit erzählerischem Schwung mögen, mit hervorgehobenen Keyboards und Gitarren, die ganze Sätze sprechen können. Nicht alles funktioniert hier mit gleicher Kraft, aber dort, wo die Band ins Schwarze trifft, breitet „Fighting Dragons“ seine Flügel wirklich weit aus. 



Good Times, Juni 2026

Neben seinen Aktivitäten bei den Krautrock-Koryphäen Agitation Free betreibt Keyboarder Tim Sund in Berlin auch noch die Prog-Rock-Truppe Green Desert Tree, die nun sieben Jahre nach ihrem Debüt PROGRESSIVE WORLDS mit FIGHTING DRAGONS ihr zweites Album präsentiert. Eine breite Palette von Einflüssen (frühe Genesis, Saga, Yes, Neal Morse, Steven Wilson) kanalisiert das Quintett in den sechs neuen Titeln instrumentaler Virtuosität. Die Selbstbeschreibung der Band bringt es dabei auf den Punkt: Es gibt kraftvolle Gitarrenriffs, komplexe, mitreißende Grooves, eingängige Melodien, Gesangsharmonien, sinfonische Pracht, fantasievolle Geschichten und eine akribische Liebe zum Detail. Wobei man ergänzen kann: gelegentlich klassisch anmutende Klänge im Rockgewand runden das Ganze gelungen ab, in dem sich auch hier und da poppige Elemente wiederfinden. 


Martin Schneider, Rock It!, Juni 2026

8 von 10 Sternen. Mit „Fight Dragons“ werden Green Desert Tree an die Begeisterung anknüpfen, die sie mit ihrem Debüt vor sieben Jahren entfachten. Das Erzählen von Geschichten liegt der Band um Agitation Free-Keyboarder Tim Sund so sehr am herzen, dass sie es zum übergeordneten Konzept des Werkes machen. Die Figur des „Storyteller“ bildet den roten Faden, um universelle Themen wie Realitätsflucht oder Verlust aufzugreifen. Musikalisch erweisen sich die Berliner als versierte Grenzgänger zwischen Neo und Retro Prog. Die Einflüsse der 70er-Jahre-Größen werden mit dem frischen Wind der Nachfolgegeneration vom Staub befreit. Verspielte Keyboards und vertrackte Melodien münden in immer wieder in eingängige Passagen, während vereinzelt zupackende Gitarren eine fragile Brücke zum Prog Metal schlagen. 


Eilane Huet, MCS Radio, Belgien, Juni 2026

Eine Meisterschaft des modernen Neo-Progs, die richtig ankommt. Green Desert Tree war schon immer eine Band, die nicht nur die Vergangenheit wiederholt. Mit „Fighting Dragons“, ihrem zweiten Album, das im April 2026 auf Signal Source Music veröffentlicht wurde, bestätigt das Berliner Quintett seinen Platz unter den interessantesten Figuren des zeitgenössischen Progressive Rock. Sieben Jahre nach den bemerkenswerten „Progressive Worlds“ (2019) bieten Tim Sund und sein Team ein reifes Werk an. 


Progwereld.org, Mai 2026

The band Green Desert Tree, hailing from Berlin, Germany, was founded in 2016. Three years later, they released their first album, “Progressive Worlds.” The album was well received, and a follow-up album and several concerts were planned. Unfortunately, COVID threw a wrench in the works.
After a few lineup changes, the band wrote new songs that ultimately resulted in their second album, “Fighting Dragons,” which is the subject of this review. The album features a number of tracks that together form a collection of stories. These stories are narrated by a storyteller who reveals himself in the second track.
Prior to that, the album opens with the downright dazzling “Overture.” It’s an exuberant instrumental track in the finest neo-prog tradition, featuring plenty of varied solos on keyboards (Tim Sund) and guitar (Simon Rainer). The second part has a heavier edge thanks to more intense guitar work. You could say that fans of Arena, Marillion, and Saga are in for a real treat.
As mentioned above, the storyteller introduces himself in “The Storyteller.” It’s a Saga-esque track in which the interplay and alternation between keyboards and guitar are well-timed. After a somewhat awkward transition, a powerful section follows that further builds the tension. A few sharp guitar solos once again bring Saga to mind.
“Talk to Me” is about a bride whose fiancé disappears on the eve of their wedding. Whether he is dead or in another dimension remains unclear. Ultimately, she spends her entire life waiting in vain for a sign of life. Sascha Giebel effectively brings out the narrative aspect. Notable features include the harmonized vocals, the guitar playing—once again reminiscent of Saga—and the beautiful instrumental outro.
At over eleven minutes, the title track “Fighting Dragons” is the longest song on the album. In short, it’s about a young man who becomes completely lost and trapped in a video game. The intro is cheerful, featuring numerous catchy keyboard riffs. At times, the whole piece has a classical medieval feel due to the use of (sampled) harpsichord. There’s a transition to a powerful instrumental passage featuring drums, heavy guitar riffs, organ, and swirling synthesizers. Variety is the name of the game. As a result, you’re gradually drawn into the story, as it were. After a swinging section with a funky style, the thematic melody returns, making it sound like an “all’s well that ends well” story. I think it’s a very strong track.
Compared to the previous track, “High School Reunion” doesn’t grab me as much, perhaps because of the simple chorus, though the melodic guitar playing more than makes up for it.
The album concludes with “In The Broken Crown,” in which a resigned king—who has neglected his kingdom and subjects for decades—takes up his scepter once again. Lots of keyboards and sampled strings give the song a folky twist, which reminds me of “Kaprekar’s Constant.” Musically speaking, this track brings things full circle with the return of the musical theme from “Overture.”
“Fighting Dragons” is a very enjoyable album, especially for fans of the references mentioned. I’m looking forward to the next album and perhaps some shows in our country. 



Rysiek P, Prog Archives, Mai 2026

In fact, the need to add a category to my personal list summarizing a year, or any other period in music, had been brewing within me for some time, and it only needed the proverbial trigger to surface and verbalize. Typically, songs in this category are treated somewhat neglected, either as an introduction, a brief preview of what we can expect next, or a moment to "tune in" to the actual sounds that will follow. Meanwhile, the opening tracks of many albums, often titled vaguely: overture or intro, are sometimes small works of arrangement and composition in themselves. Despite their brevity, they encourage, captivate, command focus, or even compel us to pay full attention to the musical material that begins. That trigger was a track with the all-too-familiar title - "Overture" from the latest, second album by the Berlin-based band Green Desert Tree, released on April 24th of this year, titled "Fighting Dragons."
Because, despite the title, this isn't just an introduction to the album, not just a preview of what we can expect later. It's a standalone and highly engaging track that, for nearly six minutes, creates an intricate, almost symphonic suite filled with progressive volte-faces and magnificent instrumental displays. Electronics at the beginning, powerful keyboards immediately after, slightly acrobatic transitions that heighten the interest, a pervasive melody, and, as if that weren't enough, a nearly minute-long guitar solo. This musical melting pot brims with beautiful melody and intricate arrangement.
The footsteps of someone departing, the sound of a horse's hooves, a barrel organ, bardish vocals, and a pub piano are the beginning of "The Storyteller," which, after this unexpected and somehow incongruous opening, transforms into a hard-hitting rock composition. Halfway through, there's no room for a lyrical tale reminiscent of old ballads; a decidedly rock note sweetened by light piano interludes emerges. Only one sentence springs to mind: it works and it works... it appeals to all the senses.
The third track on the album begins unexpectedly. "Talk To Me" flows like a morning breeze cooling a face gazing at the sun. It's a wonderful feeling, invigorating and filling every moment lost in the abyss of joy with incredible peace, with every sound penetrating the deepest recesses of the soul. And then, to top it all off, there's the wonderful transition from a very light arrangement to melodically symphonic sounds reminiscent of Yes and ELP, around the six-minute mark. Yes... this track is truly delightful, and the ending resonates long after the last note fades away.
The longest, title track, "Fighting Dragons," is an almost mini-baroque suite with a magnificent harpsichord sound. It's a showcase for the band, taking the listener on a journey through a whole range of stylistic associations. From the aforementioned baroque harpsichord, through keyboard passages and guitar chords. There's no shortage of synthesizer solos, dense guitar chords in the background, improvisations, and cosmic instrumental interludes. If you can hear space, this is the perfect example. If you can whisper a scream, this is the proof. If you can blend soul, funk, and rock, it's in this track. And that's probably why the eleven minutes fly by.
The fifth track from the album was released as the first and, so far, only single. "High School Reunion" - for that's its title - captivates with its opening guitar solo and delicate vocals. However, its defining characteristic is its skillful blend of atmospherics with a funky groove, mainstream pop with rock pop, Beach Boys with Fish on Friday - a break through the album's already irreconcilable stylistic predispositions.
As if anyone was still missing the uniqueness of this album, the band finishes with "The Broken Crown," which opens with a country-tinged string section. Of course, there are the familiar additions: rock-like accuracy, resonant synthesizers, ELP-style organ performances thrown into a folk-American melting pot, excellent vocals, and a somewhat symphonic flourish. And whether we like it or not, we're simply frozen in place for the entire seven minutes, wondering what we might hear next.
Responsible for this blend of extraordinary and unusual sounds are Sascha Giebel (vocals, guitars, keyboards), Simon Rainer (guitars), Tim Sund (keyboards, vocals), Francesco Beccaro (bass), and Yatziv Caspi (drums). "Fighting Dragons" is their second album, and I hope it won't be their last, as it brings a great deal of freshness and melodic intensity to the sometimes somewhat stagnant and homogenous structure of songs from the broadly defined progressive rock genre. It's a refreshing breath of unconventional blending of sounds from seemingly impossible styles. And what's more, perhaps most importantly, it's a joy to listen to. 



Prog Censor, Frankreich

Green Desert Tree wurde 2016 gegründet; ihre Musik ist unter anderem von Steven Wilson, Yes, Genesis und Saga inspiriert. Ein zweites Album, das sich sanfter präsentiert, mit dem Keyboarder Tim, der auch das Cover gestaltet hat. Eine neue Band, die auf meinem Radar auftaucht.
„Overture“ mit saftigem, fruchtigem Keyboard, das Pad heizt ein und geht über in Prog-Metal, energiegeladenen Neo-Prog der 80er. Eine Mischung, die mit Saga flirtet und sich dann in spaciges, mainstreamiges Terrain wagt; US-Rock mit schweren, spritzigen, rasenden Gitarren von Sascha und Simon, eingerahmt von Tims feurigen Keyboards für das perfekte Prog-Instrumental. „The Storyteller“ besticht durch seinen filmreifen, ländlich anmutenden Auftakt, dessen Sound an Jim und Ian erinnert – ein Genuss aus Synthesizern und hervorgehobenen Gitarrenriffs. Ein Hauch von den Stranglers – kurz gesagt, ich verliere mich in dieser Band, die Neo- und Prog-Metal vereint. „Talk to Me“ besticht durch diese träge Atmosphäre, ohne konkrete Anklänge; eine schöne Melodie auf dem klassischen Klavier, deren Notenverlauf sich aus einer Mischung aus Supertramp und Neo-Metal abzeichnet, wobei das hervorstechende Keyboard in die Geige übergeht und so eine olympische Stimmung erzeugt. Das Finale fügt mit der Orgel, die an Yes und ELP erinnert, eine weitere Ebene hinzu, um die großartigen Klänge auszugleichen; eine schöne Entdeckung, diese Band.
„Fighting Dragons“ erinnert an einen filmischen Videospiel-Kurzfilm und einen Windows-Absturz. Der saftige Einstieg, Chöre und romantisches Cembalo, ein Prog-Metal-Riff auf dem Keyboard à la Genesis. Ein Höhepunkt und das Gefühl, mit Wilson mit Adam auf Augenhöhe zu sein – beeindruckend.
Feierlicher, synthetischer Break, luftiger Gesang, und der Titel gleitet nun in Richtung musikalischer Burleske, ein jazziger Karneval à la „Inspector Gadget“. Das Cembalo lässt alle Emotionen der Musikwelt durchleben; scharfes Gitarrensolo. „High School Reunion“ mit melancholischer Gitarre, einem Synthesizer im Stil der 70er und warmem Gesang für die Ballade, die plötzlich in einen funkigen Groove à la Toto abgleitet. Eingängige Gitarre, Mainstream-Pop-Rock und ein wirbelndes Boogie-Solo mit New-Prog-Flair. „The Broken Crown“ beginnt mit nervöser Geige, Saschas Gesang erinnert an den von Yogi von den RPWL. Ein Hauch von Country, und schon verwandelt sich der Klang in Neo-Jazz-Oper, verrücktes ELP, Marillion von einst. Eine Vielzahl von Genres in diesem strahlenden Stück, in dem Vielfalt herrscht. Ein atemberaubendes Album, das das Herz höher schlagen lässt – OMNI in der Mache.
Green Desert Tree hat sieben Jahre darauf gewartet, dieses Album zu veröffentlichen, das vor Neo, jazzigem Rock, Pop, Klassik und Folk nur so strotzt. Ein fruchtiger, luftiger, einladender und süchtig machender neuer Neo-Prog; die Mitwirkung von Tim, der bei Agitation Free gespielt hat, verleiht dem Sound dieser Band, deren Schwung durch Covid gebremst wurde, zusätzlichen Schwung. Prog-Intros, Energie, symphonische Elemente, ein einzigartiger, frischer, mitreißender und reichhaltiger Sound, der den Ohren gut tut und großes Potenzial verspricht. Prog Censor Brutus



musik an sich, Norbert von Fransecky

17 von 20 Punkten. Auf Hit-Singles schielen Green Desert Tree eindeutig nicht. Und das liegt nicht nur an der Länge der Titel. Die einzelnen Stücke sind so vielfältig, dass man die CD im Prinzip im 20-Sekunden-Takt besprechen müsste. Damit schließen sie an die Genesis der 70er Jahre an, die in ihre Long-Track auch immer wieder einmal Passagen einbauten, die im Ohr blieben.
Mit „Fighting Dragons“ hat man dann auch tatsächlich ein Stück an Bord, das – besonders der instrumentale Mittelteil – gut von einem Mid-Siebziger Genesis Album stammen könnte. Insgesamt wirkt die Band aber moderner. So lässt der melodische Prog des abschließenden „The
Broken Crown“ eher an Asia denken.
Fighting Dragons lässt immer wieder durch tolle instrumentale Passagen aufhorchen. Exzessives Frickeln ist ihr Ding aber nicht. Die Soli stehen in der Regel nicht für sich, sondern im Rahmen der Songs, so dass der Gesamteindruck ein harmonisch melodischer ist. Fantasie und Power sind hier gleichberechtigte Partner.
Mit der Walzerstimmung zu Beginn von „The Storyteller“, den zärtlichen Passagen von „Talk to me“ und der recht rockigen „High School Reunion“ sind die unterschiedlichsten Klangfarben auf der Palette.
Hoffentlich hören wir von dem Quintett noch mehr!



Rock Times, Mai 2026

Die Berliner Band Green Desert Tree ist das Baby des Keyboarders Tim Sund, der unter anderem auch bei den Krautrock-Veteranen Agitation Free am Start ist. Das Debütalbum "Progressive Worlds" (2019) wirbelte nach seinem Erscheinen mächtig Staub in der Prog-Welt auf und wie wir heute wissen, hatte die Band lediglich beim Timing ein unglückliches Händchen. Denn die breit angelegte Tour zum Erstwerk fiel dann aufgrund der Covid-Pandemie sprichwörtlich ins Wasser. Okay, abgehakt, ein neuer Versuch … mit fast neuem Line-up. Denn neben Tim Sund ist vom Erstling gerade mal noch der Gitarrist Simon Rainer in der Band. Timo Enders, Alex Will sowie Jonathan Gradmann wurden respektive durch den Schlagzeuger Yatziv Caspi, den Bassisten Francesco Beccaro und den Gitarristen und Sänger Sascha Giebel ersetzt.
Bereits bei dem ohne Vocals gebrachten Opener "Overture" wird klar, dass Green Desert Tree keinesfalls den Retro Prog Rock der siebziger Jahre zelebrieren, sondern mit beiden Beinen im Hier und Jetzt stehen. Der Sound klingt voll, auf der Höhe der Zeit und schon bei diesem ersten Stück überzeugt das Quintett mit feinen Melodien, cleveren Breaks und überraschenden Songwendungen. Für "The Storyteller" steht Sascha Giebel erstmals vor dem Mikro und liefert eine unaufgeregte, aber sehr passende Leistung ab. Auch hier kommt das Arrangement sehr abwechslungsreich, wenn auch nicht spektakulär. Wobei man sich auch bei diesem Track durchaus auf überraschende Wendungen gefasst machen sollte und Simon Rainer – Ehre, wem Ehre gebührt – hier ein mitreißendes Gitarrensolo auf die Bretter legt. "Talk To Me" startet als Piano-Ballade und nimmt auch im weiteren Verlauf nur bedingt Fahrt auf. Der Refrain kommt mir sehr bekannt vor, wobei der Rezensent allerdings auch keine Inspirationsquelle nennen könnte.
Das Herzstück der Scheibe ist der elfeinhalbminütige Titeltrack, der witzigerweise mit einer Melodie beginnt, die sich wie auf einer Bontempi-Orgel gespielt anhört. Sicherlich mit einem Augenzwinkern, denn der Sound wechselt bereits nach wenigen Sekunden zurück zur vollen Bandbesetzung. Wenig überraschend ist das Arrangement auch bei dieser Nummer sehr vielfältig ausgefallen und jeder der Musiker bekommt seine Zeit im Rampenlicht. Mein Favorit der Scheibe ist das mit einer wunderschönen Sologitarre versehene "High School Reunion", wie "Talk To Me" ebenfalls eher im ruhigeren Bereich angesiedelt, allerdings mit tollen Melodien versehen. Keine Frage, dass wir es hier mit absoluten Spitzenmusikern zu tun haben, die diese Konzeptscheibe eingespielt haben.
Und schließlich ist da mit "The Broken Crown" bereits der letzte Track an der Reihe, eröffnet von Streicher-Sounds, die allerdings aus dem Keyboard gezogen sein dürften. Wenn es für den Rezensenten zwei Kritikpunkte gibt, dann zum Einen die doch eher mittelprächtigen und wenig zum Gesamtsound addierenden Lead Vocals, die mit den instrumentalen Leistungen der Musiker nicht wirklich mithalten können. Zum zweiten sind mir diese Songs – was dem Prog Rock aber selbstverständlich grundsätzlich anhaftet – ein Stück zu kopflastig. Sprich, der Bauch kommt dann doch etwas zu kurz. Was der gemeine Fan dieses Genres aber möglicherweise komplett anders sehen wird. Als Höhepunkte bzw. Anspiel-Tipps werfe ich mal das bereits erwähnte "High School Reunion" sowie den Titeltrack in die Runde. "Fighting Dragons" ist eine klasse Prog-Platte mit den bereits erwähnten Abzügen in der B-Note.



Eclipsed Magazin, April 2026

Prog zwischen Modernität und Tradition (8 von 10 Sternen)
Ihre Geschichte begann vielversprechend und beinahe märchenhaft: 2019 veröffentlichte die Berliner Band Green Desert Tree ihr Debütalbum „Progressive Worlds“, ein schillerndes Konzeptwerk, mit dem sie sich sowohl geschickt vor den Klassikern des Prog Rock verbeugte als auch den Vergleich mit zeitgenössischen Bands nicht scheuen musste – ein retroproggiges Ausrufezeichen aus Deutschland. Doch just bevor das Quintett um Keyboarder Tim Sund (Agitation Free) das nächste Kapitel aufschlagen konnte, brachte Covid die Erzählung ins Stocken. Die pandemiebedingte Zwangspause nutzten Green Desert Tree, um sich neu zu sortieren. An die Stellen von Sänger Timo Enders, Bassist Alex Will und Drummer Jonathan Gradmann traten Sascha Giebel, Francesco Bezarro und Yatziv Caspi. In dieser frischen Besetzung entstand „Fighting Dragons“, eine Art Kurzgeschichtensammlung mit progressivem Vokabular. Nach einer Ouvertüre wird im Song „The Storyteller“ zunächst der Erzähler vorgestellt - mit mittelalterlichen Orgelklängen, jaulenden Gitarren und einer verlockenden Melodie im Walzertakt, die auch den frühen Spock‘s Beard gut angestanden hätte. Ein Sammler von Geschichten und Traditionen. Die von ihm vorgetragenen Stories vereinen persönliche Schicksale mit universellen Emotionen. In „Talk To Me“ etwa trauert eine Frau um ihren verschwundenen Ehemann, die Band spielt dazu seufzende Motive – ein geisterhafter Song mit der Erhabenheit der frühen Genesis. Der Titeltrack wiederum handelt von einem Videospieler, der den Bezug zur Realität verliert und zu flitzenden Moog-Melodien davon träumt, Drachen zu erlegen. Nachdem der Erzähler seine letzte Geschichte, das exquisite „The Broken Crown“ vorgetragen hat, weiß man: die von Green Desert Tree ist noch längst nicht zu Ende.


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AlainPP, Prog Archives, April 2026

4,5 Stars of 5
1. The opening track, with its juicy keyboards and fruity expression, heats up the drums and launches into prog metal, a supercharged 80s neo-metal sound. It's a mix that flirts with SAGA before venturing into a more spacey, mainstream US rock territory, featuring the heavy, splattering, raging guitars of Sascha and Simon, framed by Tim's fiery keyboards.
2. The Storyteller, with its sound that does indeed evoke SAGA, showcases the pleasure of synths and guitar riffs, the trademark of this band adored in Germany. In short, I'm a bit lost when it comes to this group that blends neo- metal with prog metal.
3. Talk to Me stands out with its new sound, lacking any specific reminiscences. It's a beautiful melody with classical piano, the note curve unfolding in a blend of SUPERTRAMP and neo-metal, the prominent keyboard leading into violin for an Olympian feel. The finale adds another layer, with organ reminiscent of YES and ELP, reaching even greater heights. This band is a real find.
4. Fighting Dragons, with its short video game cinematic and Windows crash; the fruity intro, with choral arrangements, a prog-metal riff on the Genesis keyboard?no, yes, snippets. It builds, and the feeling of being in a Wilson album now, with Adam, is stunning. The neo-prog returns with this solemn, haughty, synthetic break, the vocals reminiscent of many British bands. The track now veers into musical burlesque, bordering on a hilarious carnival with Inspector Gadget by our side. The harpsichord follows, we go through all the emotions; a final, sharp guitar solo for the abrupt ending.
5. High School Reunion, with its 70s-style synth, melancholic guitar, and warm vocals; the slow ballad that suddenly veers into a captivating funky groove. The inviting guitar solo returns; the sound shifts back to mainstream pop- rock with the boogie solo, it's all swirling around. We won't be left in peace; this is fresh prog blood that's a welcome change.
6. The Broken Crown opens with a nervous violin, Sascha's vocals flirting with those of Yogi from RPWL. A touch of country and the sound takes off again in neo-, jazzy, operatic, and wild ELP territory, giving the impression of a multitude of genres within this radiant track. The more diversity there is, the less you might recognize all the reminiscences, but does that really matter with this breathtaking, heart-pounding album? 



Amazon, April 2026

5 von 5 Sternen
Allerfeinster Neoprog. aus Berlin
"Fighting Dragons" ist eine Art Kurzgeschichtensammlung mit verlockenden Melodien, musikalischen Anleihen bei Genesis, Artrock-Einschlägen, mittelalterlichen Klangbildern und jeder Menge Progressive Rock. Hörenswert! 



hans-ulrich-mueller.de, April 2026

CD des Monats (2026.04)
Als deren erste CD rauskam, war das bei mir recht hoch plaziert. Dann kam Corona und die Band lag auf Eis. Jetzt neu formiert (die Rhythmusgruppe ausgetauscht und der Ex-Bassist ist jetzt der Sänger) gibt es mit einer neuen CD endlich wieder ein Lebenszeichen.
Ein erster Durchlauf, ein Vergleich mit der alten CD …. weniger Bratgitarren, weniger sperrige Elemente …. wie drücke ich mich aus? Homogener? Langweiliger? …. Meine Freundin meinte nach einmaligem Hören der Songs „The Storyteller“ , dass das nix für nebenbei wäre, durchaus hörbar, aber auch irgendwie immer das gleiche …… mmmmmh?
Ich bin ja jetzt schon beim mindestens vierten Durchlauf und ja, der Song besteht im Wesentlichen aus zwei Gesangsteilen (nennen wir die Strophe und Refrain). Das wird aber sehr geschickt aufgebaut und variiert. Zunächst die Strophe, im Wesentlichen begleitet durch eine „Jahrmarkts“-Orgel. Dann der erste Refrain, auch das noch nicht rockend. Dann wird es rockiger, denn die erste Strophe kommt instrumental noch mal wieder. Dann der Refrain rockig. Eine Abwechslung kommt im ersten Mittelteil, auch weil der Dreivierteltakt verschwindet. Die nächste Strophe verbindet dann die instrumentale Melodie mit der gesungenen …. usw  (hab ich jetzt mal aus dem Gedächtnis rekapituliert). Jedenfalls ist das alles andere als langweilig und wächst mit jedem Hördurchlauf.
Und diese Beschreibung passt auch auf die anderen Tracks der CD.
Im Pressetext (den abzuschreiben, spare ich mir) werden Referenzen angegeben, die ich nicht dementieren möchte, meine Assoziationen waren allerdings andere:
Melodie oder auch Synthsound des instrumentalen Openers ließen mich an Camel denken.
Die Jahrmarkstorgel von Track 2 an die von mir geliebten A.C.T.
Weitere Assoziationen waren Argos (obwohl hier keinerlei Canterbury erkennbar ist) oder auch Finally George (was den melodischen, aber nicht rockenden Gesang betrifft).
Freunde der genannten Bands sowie eh alle Retro- oder Neo-Prog Afficionados sollten hier definitiv mal reinhören. Lohnt sich.



Bear Family Records, April 2026

Green Desert Tree – Fighting Dragons ist ein faszinierendes Album für alle Fans von Psychedelic Rock, Stoner Rock, Desert Sound und atmosphärischen Vinyl-Releases. Schon der Titel verspricht Größe, Energie und Fantasie – genau das liefert diese LP mit druckvollen Riffs, hypnotischen Grooves und einer Klangwelt voller Tiefe. Wer charakterstarke Musik abseits des Mainstreams sucht, sollte hier sofort zugreifen.
Green Desert Tree verbinden schwere Gitarren, treibende Rhythmen und weitläufige Soundlandschaften zu einem intensiven Hörerlebnis. Fighting Dragons klingt zugleich roh und durchdacht – ideal für Fans von Alben, die man von Anfang bis Ende hören möchte. Auf Vinyl entfaltet sich dieser Sound besonders stark: warm, direkt und mit echtem Sammler-Feeling. 



Rysiek P. | 4/5 |  Prog Archives 2026-05-11
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In fact, the need to add a category to my personal list summarizing a year, or any other period in music, had been brewing within me for some time, and it only needed the proverbial trigger to surface and verbalize. Typically, songs in this category are treated somewhat neglected, either as an introduction, a brief preview of what we can expect next, or a moment to "tune in" to the actual sounds that will follow. Meanwhile, the opening tracks of many albums, often titled vaguely: overture or intro, are sometimes small works of arrangement and composition in themselves. Despite their brevity, they encourage, captivate, command focus, or even compel us to pay full attention to the musical material that begins. That trigger was a track with the all-too-familiar title - "Overture" from the latest, second album by the Berlin-based band Green Desert Tree, released on April 24th of this year, titled "Fighting Dragons."
Because, despite the title, this isn't just an introduction to the album, not just a preview of what we can expect later. It's a standalone and highly engaging track that, for nearly six minutes, creates an intricate, almost symphonic suite filled with progressive volte-faces and magnificent instrumental displays. Electronics at the beginning, powerful keyboards immediately after, slightly acrobatic transitions that heighten the interest, a pervasive melody, and, as if that weren't enough, a nearly minute-long guitar solo. This musical melting pot brims with beautiful melody and intricate arrangement.
The footsteps of someone departing, the sound of a horse's hooves, a barrel organ, bardish vocals, and a pub piano are the beginning of "The Storyteller," which, after this unexpected and somehow incongruous opening, transforms into a hard-hitting rock composition. Halfway through, there's no room for a lyrical tale reminiscent of old ballads; a decidedly rock note sweetened by light piano interludes emerges. Only one sentence springs to mind: it works and it works... it appeals to all the senses.
The third track on the album begins unexpectedly. "Talk To Me" flows like a morning breeze cooling a face gazing at the sun. It's a wonderful feeling, invigorating and filling every moment lost in the abyss of joy with incredible peace, with every sound penetrating the deepest recesses of the soul. And then, to top it all off, there's the wonderful transition from a very light arrangement to melodically symphonic sounds reminiscent of Yes and ELP, around the six-minute mark. Yes... this track is truly delightful, and the ending resonates long after the last note fades away.
The longest, title track, "Fighting Dragons," is an almost mini-baroque suite with a magnificent harpsichord sound. It's a showcase for the band, taking the listener on a journey through a whole range of stylistic associations. From the aforementioned baroque harpsichord, through keyboard passages and guitar chords. There's no shortage of synthesizer solos, dense guitar chords in the background, improvisations, and cosmic instrumental interludes. If you can hear space, this is the perfect example. If you can whisper a scream, this is the proof. If you can blend soul, funk, and rock, it's in this track. And that's probably why the eleven minutes fly by.
The fifth track from the album was released as the first and, so far, only single. "High School Reunion" - for that's its title - captivates with its opening guitar solo and delicate vocals. However, its defining characteristic is its skillful blend of atmospherics with a funky groove, mainstream pop with rock pop, Beach Boys with Fish on Friday - a break through the album's already irreconcilable stylistic predispositions.
As if anyone was still missing the uniqueness of this album, the band finishes with "The Broken Crown," which opens with a country-tinged string section. Of course, there are the familiar additions: rock-like accuracy, resonant synthesizers, ELP-style organ performances thrown into a folk-American melting pot, excellent vocals, and a somewhat symphonic flourish. And whether we like it or not, we're simply frozen in place for the entire seven minutes, wondering what we might hear next.
Responsible for this blend of extraordinary and unusual sounds are Sascha Giebel (vocals, guitars, keyboards), Simon Rainer (guitars), Tim Sund (keyboards, vocals), Francesco Beccaro (bass), and Yatziv Caspi (drums). "Fighting Dragons" is their second album, and I hope it won't be their last, as it brings a great deal of freshness and melodic intensity to the sometimes somewhat stagnant and homogenous structure of songs from the broadly defined progressive rock genre. It's a refreshing breath of unconventional blending of sounds from seemingly impossible styles. And what's more, perhaps most importantly, it's a joy to listen to. 



Thomas Szirmay, House of Prog Radio, Juli 2026

4 battling beasts. Oooh, this may be quite a tasty discovery, even though I did get the previous 2019 debut but never gave it a thought . But thankfully this one caught my attention (was it perhaps the attractive album cover or a reviewer colleague's salivation, who knows for sure?) and it's a pleasant winner. Talented crew this, tight as an Oktoberfest beer barrel, Sascha Giebel the lead vocalist is also a more than adequate guitarist, aided by the excellent Simon Rainer, Tim Sund can express himself rather brazenly on his ivories, while Francesco Baccaro and Yatziv Caspi form a week-oiled rhythmic engine. Their style sits in the Neo-Prog chair, showing a level of creativity than goes way beyond the lukewarm, or tepid some naysayers view it at times, but truth be said, every subgenre have their own extremes in term of quality.
Nothing more typical of our beloved genre than an instrumental "Overture", the progressive rock version of foreplay for sex, amuse bouche et hors d'oeuvres for gastronomy or good old-fashioned warmup for athletes. GTD unwraps one hell of a chunky dollop, flexing all the muscles, including hands and fingers (which made me wonder the other day if there are any musical instruments that requires the use of only one hand?).
Both "the Storyteller" and "Talk to Me" are medium-sized tracks (in the 6-to-8-minute range) that provided both glitter and fantasy, a strong sense of detail and buildup as well as adding sounds that seem quite specific to them, instead of sounding like their 'influences' , its way more mature than the obvious. For example, on the second track, the mellotron blasts are just as heavy as the twin electric guitars riffs, a most rewarding attribute, to say the least.
The title track is the core of the recording, sitting mightily smack in the middle, an epic 11 minute + excursion that has the audacity to include my all-time favourite instrument, the harpsichord. It eventually moves into a variety of shifts and transitions, keeping the motion constantly pulsating, giving the instrumentalists an opportunity to display their creative talents, such as swirling synthesizer solo that veers straight into an ambient realm, pretty much initiating the heroic story of brave knights slaying giant lizards, an metaphorical cover for human weaknesses at work , the 'rotten shell' shoves the arrangement into a whirlwind second section that shows off all the tendencies with predatory belligerence.
"High School Reunion" is a different kettle of fish, very apparent that this is a more accessible track that was made for live concerts , the rockabilly lead guitar solo proof in the pudding as it possesses that rabble-rousing, fist- pumping , feel good quality that makes for great energetic entertainment.
At first, "The Broken Crown" has more orchestrations that a philharmonic hall, before shifting gears into another entertaining rambler, a good but not great finale, which could have been another more symphonic piece to close up the album with a paroxysm of pleasure. I will definitely revisit that "Progressive Worlds" album that is sitting on my shelf.



Musikzirkus-Magazin, Stephan Schelle, April 2026

„Fighting Dragons“ ist das zweite Album der deutschen Band Green Desert Tree. Die Berliner Band um Mastermind Tim Sund, der unter anderem aktueller Keyboarder der Krautrock-Legende Agitation Free ist, hatte bereits mit dem Debütalbum „Progressive Worlds“ für Aufsehen in der Progszene gesorgt. Am 24.04.2026 erscheint nun das zweite Werk. Neben Sund (Keyboards, Backgroundgesang) besteht die Band noch aus Simon Rainer (Gitarren), Sascha Giebel (Gesang, Gitarren, Keyboards), Francesco Beccaro (Bass) und Yatziv Caspi (Schlagzeug).
Die Fachpresse war von ihrem 2019'er Debüt begeistert und so war dann auch die Liveumsetzung fest eingeplant. Doch Corona machte der Band einen Strich durch die Rechnung. Aufgrund dessen waren personelle Veränderungen in der Band die Folge. Vom Debütalbum gehört neben Tim Sund nur noch Simon Rainer zum aktuellen LineUp.
Geht es beim ersten Album „Progressive Worlds“ um den Lebensweg des fiktiven Protagonisten Mat Plundrot, der sich im Laufe seines Lebens immer mehr zu einem über Leichen gehenden Soziopathen entwickelt, handelt es sich bei den Songs des neuen Albums um eine Sammlung von Geschichten, die vom „Storyteller" erzählt werden. Dabei geht es zum Beispiel um eine Frau, die um ihren Bräutigam trauert, der am Vorabend der Hochzeit plötzlich spurlos verschwindet. Ein anderer Song handelt von einem computerspielsüchtigen Jugendlichen, der glaubt ein Ritter zu sein, der sein Königreich vor gefährlichen Drachen schützen muss.
Sechs Stücke enthält das neue Album von Green Desert Tree. Gemastert wurde es von Eroc, der schon so mancher Veröffentlichung zum perfekten Klang verholfen hat.
Das Album startet mit der sechsminütigen „Overture“. Das beginnt mit einem recht progigen Keyboardintro, zu dem sich nach wenigen Momenten Gitarre und Schlagzeug gesellen. Hier zeigt sich aber schon die melodiöse Seite der Band, denn der Opener geht mit seiner Melodieführung und den Soli wirklich gut ins Ohr und macht neugierig auf die restlichen Songs.
Der erste Song ist dann das sechseinhalbminütige „The Storyteller“. Vogelgezwitscher, Kirchenglocke und laufende Schritte auf Kies leiten in das Stück ein, das kurz darauf in einen leicht Kirmesartigen Part wechselt, der sich aber schnell in progressive, facettenreiche Gefilde wandelt. Das erzeugt einen hohen Spannungsbogen und erweckt bei den Hörern das Gefühl einer Geschichte zu folgen. Nach zweieinhalb Minuten geht es dann rockiger zur Sache mit Anleihen an 70'er-Jahre-Rock. Im Mittelteil sorgt Satzgesang für weitere Akzente um danach in einen noch rockigeren Part mit teils frickelnden Gitarren überzugehen. Das hält sich aber immer im Rahmen und verlässt nie die melodische Schiene. Ein sehr schönes, abwechslungsreiches Stück, das darüber hinaus auch einige hymnische Momente bietet.
Mit einer sanften Pianomelodie startet die Band dann in das achtminütige Stück „Talk To Me“. Sobald der Gesang einsetzt wird es eine Spur melancholisch. Sanft zieht das Stück seine Runden, während im Refrain zarte Saga-Gitarren-Klänge eingestreut werden. Das Stück bietet ein recht progig/symphonisches Ambiente.
Auf elfeinhalb Minuten bringt es dann das Stück „Fighting Dragons“, das zunächst mit klassisch anmutenden Klängen im Rockgewand aufwartet. Nach etwas mehr als einer Minute setzt dann Gesang ein, zu dem eine Spinettartige Melodie erklingt. Kurz darauf wird das mit flächigen Keyboardsounds unterlegt. Sobald dann aber Gitarre und Schlagzeug hinzukommen, geht es in rockige, wenn auch noch gemäßigte Gefilde. Nach drei Minuten setzten aber Orgel und Schlagzeug ein Ausrufezeichen, denn jetzt wird es etwas rockiger. Tim Sund holt aus seinen Tasteninstrumenten in diesem Instrumentalpart einige komplexe Klangstrukturen heraus und zeigt sein Können. Dann wird es für einige Minuten wieder ruhiger um im letzten Drittel mit funkigen Gitarrenlicks einen weiteren Aspekt zu setzen.
Nicht ganz so komplex geht es mit dem sechsminütigen „High School Reunion“ weiter, dass wieder sehr progig mit herrlich atmosphärischen Gitarrensounds startet, die für Gänsehaut sorgen. Diese werden immer wieder in den sanften, verträumten Song eingebaut. Im Verlauf kommen immer mal wieder etwas druckvollere Parts auf. Aber gerade in den atmosphärischen Teilen kann man sich verlieren.
Das Album endet dann mit dem siebenminütigen „The Broken Crown“. Keyboardklänge, die an Streicher erinnern, leiten in dieses letzte Stück ein. Aber wenn die Band dann einsetzt entwickelt sich ein klasse Song mit progigen sowie auch popigen Elementen. Das geht wieder absolut ins Ohr.
Green Desert Tree legen mit „Fighting Dragon“ einen würdigen Nachfolger ihres Debütalbums vor. Das Album strotz nur so vor Melodien, die teils durch Breaks auch komplexer aufgebaut sind. Bandkopf Tim Sund lässt seinen Bandkollegen dabei genug Spielraum sich mit klasse Instrumentalparts einzufügen.



Betreutes Proggen, Juni 2026

Bewertung: 11/15 Punkten. Progressive Rock aus Berlin gefällig? Aber klar doch, da fallen sofort smalltape ein oder auch Dawnation. Doch da ist natürlich noch mehr. Es ist bereits einige Jahre her, als das Debütalbum der deutschen Formation Green Desert Tree an dieser Stelle vorgestellt wurde und einige Erwartungen für die Zukunft gesetzt wurden. Auch sie agieren auf hohem Level und wussten mit ihrem Debüt zu überzeugen. Doch danach passierte zwar einiges, aber nicht das erhoffte zweite Album. Glücklicherweise löste sich die Band nicht auf, aber es kam zu einigen Wechseln in der Besetzung. Auf „Fighting Dragons“ sind Keyboarder Tim Sund, der zwischenzeitlich unter dem Namen Tim Sund Electrified ein eher jazziges Album veröffentlichte, und Gitarrist Simon Rainer die einzig verbliebenen Urmitglieder. Das bedeutete auch, dass die Position am Micro neu besetzt wurde, und mit Sascha Giebel, der dazu auch Gitarren und Tasten bedient, wurde ein durchaus würdiger Nachfolger gefunden. Sie starten – wie es sich gehört – mit einer ‚Overture‘ ins Album, und mit diesem sechs-minütigen Instrumentaltrack haben sie sofort die volle Aufmerksamkeit des Rezensenten. Diese Mischung aus Symphonic Prog und Neo Prog mit den genretypischen Keyboardläufen wissen gleich zu gefallen und gehen gut ins Ohr. Ein fröhlich-lustiges Tastenspiel leitet ‚The Storyteller‘ ein, die Gitarre übernimmt das Thema, angenehmer Gesang und einprägsame Melodielinien sorgen für Wiedererkennungswert, wobei sie dabei auch leicht in Richtung Canterbury driften. ‚Talk To Me‘ ist ebenfalls sehr eingängig und setzt sich schnell in den Gehörgängen fest, hat fast schon etwas Pop-Rock Charakter, wenn da nicht die detailreichen Instrumentalpassagen wären, Kirchenorgelsounds inbegriffen. Es folgt der Titelsong, mit 11 ½ Minuten Spielzeit der längste Track des Albums. Und auch hier wird die Stärke von Green Desert Tree deutlich: das sehr abwechslungsreiche und farbenfrohe Tastenspiel von Tim Sund, dem viele feine, dezente Gitarrenparts hinzugefügt werden. Die Hochschulwiedervereinigung ist eher rockig ausgefallen, während das abschließende ‚The Broken Crown‘ wieder eher im Symphonic Prog Bereich angesiedelt ist. Das Album wurde von Sund und Giebel produziert, für das Mastering war Grobschnitt-Legende Eroc verantwortlich. Auf der einen Seite sind manche Melodielinien sehr eingängig, andererseits sind allerdings diverse Durchläufe nötig, um die vielen kleinen, sehr geschickten Details zu entdecken, und selbst leicht frickelige Parts stören das Gesamtbild kein bisschen. Das macht das Album zu einem aktuellen Highlight in der deutschen Progszene. Das lange Warten hat sich gelohnt! Tendenz zu 12 Punkten. 

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